Naiv gedacht könnte man glauben, den Vereinigten Staaten
mangele es nicht an Geheimdiensten. Doch die Entscheidungsträger in
Washington sehen das anders. So wurde nun eine weitere »Spionagefabrik«
ins Leben gerufen, die unter dem Namen »Defense Clandestine Service«
firmiert. Sie entstand im Rahmen einer nachrichtendienstlichen
Reorganisation und soll sich einigen bislang vernachlässigten
Aufgabenfeldern widmen, um die Lücken im Flickenteppich der
US-Geheimdienste zu schließen.
Soweit bekannt ist, verfügen die
Vereinigten Staaten über mehr als zwei Dutzend waschechter
Geheimdienste. Da gibt es natürlich die berühmte
Central Intelligence Agency, die
National Security Agency, das
National Reconnaissance Office, die
National Geospatial-Intelligence Agency, das
Office of Intelligence and Analysis, das
Office of Terrorism and Financial Intelligence, den
Secret Service und viele mehr. Um die Kooperation der verdeckt operierenden Behörden ist es keineswegs immer zum Besten bestellt, auch wenn

übergeordnete Instanzen für
Geschlossenheit stehen. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 hat
sich an der Rolle und den Aufgaben der Geheimdienste so manches
geändert, und auch die US-Bundespolizei
FBI übernahm
Funktionen, die ihr mehr und mehr den Charakter eines weiteren
Geheimdienstes aufprägten. Seit jener Zeit denken die Superhirne der
Landesverteidigung ohnehin immer wieder über Neustrukturierungen der
Dienste nach. Unlängst wurde ein völlig neuer US-Geheimdienst ins Leben
gerufen, der unter dem Namen »
Defense Clandestine Service«
bekannt
wurde – in etwa »heimlicher Verteidigungsdienst«. Gemäß einem von
US-Verteidigungsminister Leon Panetta gebilligten Plan sollen die
Beamten dieses neuen Dienstes eng mit ihren Kollegen der
CIA zusammenarbeiten, gerade auch, da Militär und Geheimdienste zunehmend auf sehr ähnliche Ziele ausgerichtet seien.